Sonntag, 29. Mai 2011

Vokabel der Woche

Muskelkater = ból mięśni (sprich: bul mi-eng-schni)

Sehnenscheidenentzündung = zapalenie pochewki ścięgna (sprich: sa-pa-le-ni-je po-cheff-ki sch-zji-eng-gna)

Samstag, 28. Mai 2011

Kajak-Tour

Komme gerade aus der Dusche. 4 Std. Kajaking im Regen nicht unbedingt empfehlenswert, weil macht unglaublich nass.
Meine Kajak-Partnerin war nach 15 Min so fertig, dass ich sie die restlichen 3 Std. 45 Min. alleine nach Krakau schippern durfte. Gegen den Strom. Frage mich, wie ich die Treppen hochgekommen bin. Totale Erschöpfung und Klamotten, die vor Wasser trieften. Hatte sogar meine Segelkluft an. Nix geholfen.
Bräuchte nen Katheter und jmd.,der mich mit Nahrung versorgt, da ich mich in spät. 10 Min. kein bisschen mehr werde bewegen können. Mein Mac hat auch nur noch 22 Min. Akku, das Kabel liegt am anderen Ende des Zimmers. Schwierige Situation.
Zumindest ist nicht mein Kanu gekentert und untergegangen. Ich musste nur den einen Typen aus dem Wasser ziehen.

Hier die Bilder vom Tag:

Regen von Anfang an. Supi.

Die Benediktiner Abtei Tyniec außerhalb Krakaus. Unser Startpunkt.

Auf die Kajaks, fertig, los.

Ja, am Anfang hatte Monica noch gute Laune. 15 Min. später war sie dann nass und kaputt.

Ich halte die Stellung. Bis zum bitteren Ende.

Ab durch die Schleuse.

Da hatten Peter und Jakob ihr Kajak noch. 2,5 Std. nach dieser Aufnahme, lag es dann auf dem Grund der Weichsel. R.I.P., kleines Kajak.

Das wird das letzte Bild von mir sein. Hafen, Krakau. Denn morgen werde ich an Muskelkater sterben. Amen.

PS: Linkerhand sieht man Felix. Noch mit seiner Brille. Die lag nämlich etwas später dann auch auf dem Grund der Weichsel...

Dienstag, 24. Mai 2011

Krakau schwitzt

Bereits am frühen Morgen liegen die Temperaturwerte bei weit über 20°C auch nachts kühlt es kaum ab. Die ganze Stadt schwitzt und versucht möglichst langsam durch den Schatten zu schleichen.
Die Klausurvorbereitungen erhitzen die Gemüter von innen, das Wetter den Körper von außen. Halleluja.
Morgen um 15 Uhr geht's bei mir los. Daumen drücken!


PS: Wszystkiego najlepszego z okazji urodzin, Schwesterlein! Anne wird heute schon fast ein bisschen volljährig. Nur ein bisschen und auch nur fast, ich gratuliere trotzdem! Das Geschenk gibt's, wenn ich wieder kommen (ich vertraue der polnischen Post nicht mehr). Dieses Jahr wird's noch was Feines, nächstes Jahr gibt's den Sack mit Erde. Ab 18 geht es abwärts! Happy Birthday :)

Freitag, 20. Mai 2011

Juwenalia: Lasst die Spiele beginnen.

Zum Thema "Juwenalia - Was ist das?" siehe zwei Einträge weiter unten.

Hier die Bilder vom heutigen Tag.
Mit der Studentenparade und der Übergabe der Schlüssel der Stadt ist klar: Die nächsten drei Tage hat das ruhige Leben ein Ende, die Studenten kommen aus den Kellerbars gekrochen.

Vorher: Um 10 Uhr war der Marktplatz noch leer...



Nachher: Um 12 Uhr...



Und ich frag noch so, wo der Lastwagen mit den ganzen Dixieklos hin will. Die Antwort: Nirgendwohin. Er stellt sie einfach mitten auf dem Marktplatz ab.
Warum auch irgendwo an den Rand karren. Mitten im Gewühl, im Schatten der Überbleibsel des alten Rathauses, pinkelt es sich das Bier doch besonders nett heraus.


Hobby-Taliban, Braut und Co.KG feiern einfach nebendran.



Donnerstag, 19. Mai 2011

Polen, das Land der Absurditäten, Vol. II

Wisst ihr noch, wie ihr alle - bevor ich weggefahren bin - gefragt habt, was ich denn bitteschön in Polen will... - Da gäbe es doch nichts... ?
Ich sag' euch mal eins: Das Einzige, das es hier nicht gibt, ist, dass es etwas nicht gibt.
Schon mal Apfel-Minz-Saft getrunken? Nein? Komm' nach Polen, steht hier neben anderen Kuriositäten im Supermarktregal.

Für eine nicht abgegebene Arbeit gibt es an deutschen Unis ein "durchgefallen"? Komm' nach Polen, hier gibt's dafür ein "bestanden". 
Mittwochmorgen, Cold-War-Vorlesung: "Herr Bouchard, hier, bitte, ihr Benotungsbogen für das Essay"... Thomas' Gesicht: Die völlige Entgleisung, wollte er doch gerade zu einer umfangreichen Ja-tut-mir-leid-aber-mein-Hamster-hat-die-Tintenpatrone-aufgefressen-und-als-ich-dann-eine-neue-gekauft-hatte-ist-der-Strom-ausgefallen-und-dann-ist-auch-noch-meine-Erbtante-gestorben-und-ich-musste-zurück-nach-Frankreich-fliegen-weil-ich-der-einzige-Erbe-bin-Diskussion ansetzen.

An "normalen" Hochschulen steht schon vor Semesterbeginn fest, wann die Abschlussklausuren stattfinden? Komm' nach Polen, hier kannst du's dir aussuchen.
Mittwochnachmittag: "Dann schreiben Sie mir noch einfach eine E-Mail, wann sie zur Prüfung antreten möchten, ja?" Klar, gerne, Herr Dozent, aber nur, wenn ich vorher die Antworten bekomme und mir jemand den Popo pudert, auf diesen Stühlen kann ich doch keine "ca. 45 Min" (45 Min. !???!) dauernde Klausur schreiben. Tzzz, also wirklich.

Mittwoch, 18. Mai 2011

Parov Stelar und die Juwenalia

Am Wochenende ist Juwenalia. Was das ist?
Als Juwenalia bezeichnet man die jährlichen Feiern der Studenten in Polen anlässlich der bevorstehenden Examen.
Juwenalia feiert man an allen Universitäten des Landes. Sie finden normalerweise Ende Mai oder Anfang Juni statt, eben kurz vor den Sommerklausuren.
Die Juwenalia beginnt mit einer triumphalen Parade von bunt bekleideten Studenten (am Freitag). Traditionell zieht jede Hochschule der Stadt unter einem bestimmten Motto los.
Die Parade beginnt an einem der Hauptgebäude der Universitäten und führt dann von allen Richtungen kommend durch die Stadt zum Hauptmarktplatz, wo mit einer symbolischen Geste der Bürgermeister der Stadt den Studenten die Schlüssel zu den Toren der Stadt überreicht.
Die Feierei dauert gewöhnlich das ganze Wochenende und für diese Tage fällt der Unterricht komplett aus (Was man nämlich auch wissen sollte, in Polen ist es ganz normal auch Samstag und Sonntag Vorlesungen zu haben.).
Es gibt Konzerte, Sportveranstaltungen und Partys, die auf den Geländen der Universitäten stattfinden. Die meisten sind kostenfrei bzw. Tickets für einen schmalen Taler zu erstehen.

Bei uns in Krakau finden schon seit Montag Veranstaltungen und Konzerte statt.
Gestern Abend war ich auf dem Campus der Universität für Wirtschaft, um Parov Stelar live zu sehen. Live und for free.
Es war verrückt. Tausende von jungen Menschen drängten auf das Gelände und die Sicherheitskräfte kamen aus dem Schwitzen nicht mehr heraus. Wenn wir nicht über die Campusmauern geklettert wären, bin ich mir nicht mal sicher, ob wir überhaupt reingekommen wären.

Wer Parov Stelar noch nicht kennt, sollte ihn jetzt unbedingt "youtuben" und Fan werden.
Parov Stelar wurde als Marcus Füreder in Österreich geboren und ist einer der Pioniere des Electroswing.
Zusammen mit seiner Band mischt er als DJ Electro mit Downbeat und Jazzelementen. D.h., dass auf der Bühne neben DJ-Pult, Bass und Schlagzeug auch Saxophon und Trompete zugegen sind und von der unglaublichen Cleo mit Gesang begleitet werden.





Ein absolutes Muss, ein absolutes Highlight. Gestern Abend zwei Stunden gespielt und ich unter tausenden von Studenten mittendrin.


Und heute auf dem Programm? Lernen, pauken, lesen. Warum? Weil heute abend mal wieder ein Polnisch-Test auf dem Programm steht und nächste Woche die Klausur in Constitutional Systems of Central and Eastern European States. Juchu -.-

PS: Fotos zum Segelabenteuer liefere ich nach, ich muss sie jedoch erst ordnen.